Hier das ungekürzte Interview zwischen der ESL und mir. In der News der ESL wurden die Inverviews jeweils verkürzt, da der Platz und die Übersichtlichkeit einfach nicht mehr gegeben war. Für diejenigen, den es interessiert: 

 

ESL:
Hallo Terminator525, stell dich doch bitte kurz unseren ESL Spielern vor.

Michael Z.:
Ich bin der Term!nator525, im echten Leben als Michael Z. bekannt. Ich bin 18 Jahre jung und komme aus Remseck (liegt nahe Ludwigsburg in Baden-Württemberg).
Ich mappe schon seit gut 3 Jahren und habe nur selten die Engine gewechselt.



ESL:

Du nimmst am Mapcontest der ESL teil, magst du uns etwas über Deine Motivation deiner Teilnahme erzählen?

Michael Z.:
Ich muss zugeben, dass es nicht an der ESL liegt, weshalb ich hier mitmache. Ich liebe Herausforderungen und ein Mappingcontest ist genau das Richtige für mich. Ob es jetzt dafür Preise gibt oder nicht, ist zweitrangig.


ESL:
Der Public Beta Test wird jetzt demnächst eingeleitet und deine Map ist eine von insgesamt fünf teilnehmenden. Was hattest du dir bei Deiner Teilnahme erhofft, erreichen zu können?

Michael Z.:
Klar braucht man die Motivation zu sagen, man möchte ganz oben aufs Treppchen. Sonst würde man nicht so viel Zeit in solch ein Projekt stecken. Ich bin sowieso erstmal glücklich, dass ich in die Top 5 gekommen bin, da ich die Konkurrenz ja wirklich kenne.


ESL:
Da wir jetzt dich und deine Motivation kennen, möchte ich dir gern Gelegenheit geben deine Map selbst vorzustellen. Was ist übrigens das wirklich Besondere an deiner Map?

Michael Z.:
Ich glaube die Besonderheit liegt darin, dass ich mit der Map erst rund zehn Tage vor Contestende begonnen habe. Das ist nicht gerade viel Zeit für eine Map, die zuvor noch nicht mal als Skizze vorlag. Sie spielt in Italien in einem eher kleinen Dorf oder einer Kleinstadt. Leider war es mir nicht möglich, bis auf die Innenwände neue Styles zu verwenden, da die Zeit zu knapp wurde. Deshalb habe ich mich am
Style von cs_Havana/de_Inferno gerichtet, ohne jetzt alles heruntergekommen aussehen zu lassen (bezüglich Havanna). 

Das Wegesystem ist altbekannt und oft gesehen.



ESL:

Wo hast du eigentlich die Inspiration für deine Map hergenommen?

Michael Z.:
Die Inspiration kam mir bei einem weiteren Mappingprojekt, welches ich für einen Freund angefertigt habe. In einem Abschnitt ging es darum, ein paar Standardmaps neu zu bauen, um sie für einen Art Hazard Course herzurichten.
Unter anderem hab ich mit der Flip* Option herumgespielt. Das ging so lange, bis ich mir gedacht habe, den Faden weiter zu spinnen. Natürlich nicht mit dem Nachbauen, sondern mit den neuen Gegebenheiten.


ESL:
Mich würde interessieren, auf welche Art und Weise du deine Maps erstellst. Näherst du dich der Fertigstellung deines Werks eher als Künstler oder mehr als Spieler selbst? Was ist dir dabei besonders wichtig?

Michael Z.:

Das ist schwer zu sagen, denn ich fühle mich nicht als Künstler und erst recht nicht als Spieler. Das mag damit zusammenhängen, dass ich mich längst anderen Spielen gewidmet hätte, wenn ich nicht mit dem Mappen für CounterStrike und Half-Life angefangen hätte. Man kann sagen, dass ich mich durch das Mappen noch mit Half-Life und insofern Counter-Strike verbunden fühle.
Zm ersten Fragenabschnitt: In dieser Hinsicht bin ich nicht mal ein wirklich guter Mapper, da ich oft einfach anfange etwas zu kreieren, ohne ein wirkliches Schema dahinter zu haben. Das war zwar bei de_verano anders (Leider nimmt die Map nicht am Contest teil), doch da hat sich gezeigt, dass selbst mit einer gewissen Logik die Map nicht wirklich ankommt.

ESL:
Was denkst du macht einen guten Mapper aus?

Michael Z.:
Es muss Spass, Kreativität und der Wille vorhanden sein. Das sind  die Dinge, die ein Mapper braucht, um wirklich etwas zu schaffen.
In den letzten Jahren kommt der Faktor „Zeit“ immer häufiger hinzu. Die Spiele werden immer anspruchsvoller. Hat man für eine HL1 Map noch 2-3 Wochen gebraucht, ist es in Zeiten von Half-Life², CS:S und DoD:S so, dass etliche Monate ins Land gehen, bevor eine wirkliche Map zu Stande kommt.
Ein guter Mapper ist jemand, der sich für sein Hobby begeistert und durch ständiges Experimentieren weiterentwickelt.


ESL:
Sollten deiner Meinung nach mehr junge Leute versuchen, eine gute Map zu bauen und haben diese überhaupt eine Chance neben bekannten Mappern zu bestehen? Was würdest du ihnen raten?
Michael Z.:
Klar, ein Versuch kann nie schaden. Dennoch hat man das Problem, dass man inzwischen gegen eine große Gruppe von „Standard Map“ Spielern antreten muss. Man kann ja nichtmal mehr Standard Map Spieler zu den meisten Gamern sagen, da diese oft nur Ligataugliche Maps spielen und nicht die Standardmaps. Selbst Valve hat erhebliche Probleme, neue Maps zu etablieren (z.B. de_airstrip oder bei CS:S de_port). Ein normaler Mapper hat es da noch schwerer, da er niemandem seine Map aufzwingen kann.

*Flip steht für das Spiegeln der Objekte. Also invertieren.